Kurzbeitrag – Übersicht, wird in einer eigenen Session vertieft.
Was ist es
Ein von Robert Proctor geprägtes Forschungsfeld: die Lehre vom künstlich erzeugten Nichtwissen. Untersucht wird, wie Zweifel und Unwissenheit nicht zufällig entstehen, sondern gezielt hergestellt werden können – etwa durch gezielt finanzierte Gegenstudien, die einen eigentlich klaren wissenschaftlichen Konsens öffentlich unsicherer erscheinen lassen, als er ist. Standardwerk zum Thema ist „Merchants of Doubt“ von Naomi Oreskes und Erik Conway, das dokumentiert, wie Tabak-, Öl- und Chemieindustrie dieses Muster über Jahrzehnte genutzt haben.
Bezug zu „was Führt“
Die Methode der Wahrheitssuche selbst wird instrumentalisiert – die äußere Form von Wissenschaft (Studien, Fachsprache, Peer-Review) bleibt erhalten, während der Zweck sich von Erkenntnis zu Interessenschutz verschiebt. Direkter Gegensatz zum Manifest-Grundsatz „Wahrheit ist höher als Ideologie“.
Vertiefungshinweis
Noch zu klären: konkrete historische Fallbeispiele (Tabakindustrie, Bleiindustrie, fossile Energiewirtschaft), Unterschied zwischen echter wissenschaftlicher Debatte und gezielt erzeugtem Zweifel, wie man beides als Außenstehender unterscheiden kann.
